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Stockholm, 08.08.2015
Versöhnlicher Abschluß der Eurogames
Die 800 m waren also gelaufen. Ohne umzufallen galt es also, die Glückwünsche weiterzugeben und sich mental etwas auf die 5000 m einzustellen. Irgendwann verließ ich dann doch den Zielbereich, um Spikes und Wasser zurück zum Platz zu bringen. Weit kam ich nicht, denn ich wurde gleich abgefangen. “Hast Du Lust, in einer 4x400m-Staffel zu laufen?”. Ein Sportler des Team Berlin sprach mich an. Er kannte mich aus Antwerpen, fand mich sehr sympatisch und wusste, dass ich über 50 bin. Letzteres war wichtig, denn es ging um eine U60-Staffel. Es waren nicht alle die Topläufer, daher liefen sie auch keine 400m, doch im Team erhofften sie sich in der U60 noch noch etwas Halsschmuck. Ein Berliner fiel aus, so waren wir dann also zwei Berliner, ein Schweizer und ich. Ich sagte dann schnell zu - ein Teamerlebnis geht über alles. Den Berlinern wäre es egal gewesen, wie ich laufe, aber mein erster Weg führte zur Einschreibetafel, um mich aus dem 5000m zu streichen. Das Staffelteam nannte sich übrigens leicht merkbar “TeamBerlin Meets International Switzerland Mixed” und bestand in dieser Reihenfolge aus dem Schweizer Daniel Laubscher, meiner Wenigkeit und den Berlinern Armin Fiechtner und Karsten Schlutter. 
Bis zum Start war aber noch reichlich Zeit, die 4x400 bilden ja meistens den Abschluß von Meisterschaften. Also Zeit totschlagen. Und was geschah?  Ich weiss, wie es ist, wenn man zum Beispiel in Dinkelsbühl im Stadion an der AltenPpromenade herumrennt, um Bilder zu schießen. Ich hätte es nie für möglich gehalten - genau dasselbe geschah nun im wunderschönen Stockholmer Stadion, das viel von seinem Flair von 1912 bewahrt hat. Nachdem ich dort ja auch schon trainiert habe, fühlte ich mich nun dort fast wie zu Hause. Als es auf 16 Uhr hinzu ging, musste ich mich dann doch noch einmal etwas war06850965 4x400mm machen. Der Nervosität hielt sich diesmal in Grenzen...
Gegen Viertel nach Vier kam es so allmählich zum Aufruf der Staffeln und unser Team Switzerland, welches in der ersten Version der Ergebnisliste noch unter der Landesbezeichnung SUI aufgeführt wurde, war gleich als erstes dran. Erster Lauf, Bahn 1. Es wurden aber nur die ersten 100 m in Bahnen gelaufen, also war der erste Wechsel nicht in Bahnen. Ich hatte mich bewusst für die zweite Position entschieden - Startläufer wollte ich nicht sein. Meine letzten 400 m müsste ich wohl 1983 gelaufen sein...
Was das Chaos beim Wechsel angeht, konnten mich die Berliner beruhigen. Sie seien alle keine starken 400m06851065-4x400m-Läufer und wollten nur mal im U60-Team eine Medaillenchance suchen. Während die anderen natürlich vornewegliefen, lief Daniel Laupscher  aber auch sehr couragiert an und lag noch vor dem Kölner Marcus Nitsche auf Platz fünf, doch am Ende hatte letzterer die Nase knapp vorn. Trotzdem, beim Wechsel musste ich schon aufpassen, aber ich stand innen und Daniel kam innen entgegen. Die Kölner übergaben an den Amerikanber Curtis Moore, der gleich mal noch drei Plätze gutmachte. Ich selber kam aber auch sehr gut ins Rennen. Curtis war natürlich weg, aber ein anderer Läufer, vielleicht war es der Franzose Christian Morin, lag vor mir. Und es lief überraschend gut und nach reichlich 200 m  war ich vorbei. Auch wenn die Spitze woanders war, so etwas förderte natürlich die Stimmung im Stadion. Mit Vorsprung übergab ich so an Armin Fiechtner. Er hat nicht unbedingt die ideale Läuferfigur, aber auch schon Marathonerfahrung. Aber das war uns ja egal. Den Platz konnte er natürlich nic06850992klht halten, aber wenn ich geahnt hätte, wer da hinter mir auf einen Start wartete... Es müsste Giampiero Mancinelli gewesen sein und der Mann hat im Vorfeld der Spiele so sehr für die Leichtathleten gekämpft... Ich sass noch an sicherem Ort auf der Bahn, als  Armin an Karsten Schlutter übergab. Er lief noch mal dicht an die Franzosen heran und begann das Warten. Zwischenzeitlich erste Bilanz und der Chef vom Team meinte schon, dass ich für den schnellste Teilabschnitt gesorgt hätte und bis zum Ende einen schönen langen Schritt hatte. Also die Schule von Hans Seeger...
Es gab noch vier Staffelläufe und dann fast eine Party im Stadion. Was kostet Alkohol in Schweden...???  Egal! Auf jedem Fall gab ein Schwedischer Sportler nach den 4x4-Staffeln eine Stadionrunde mit Wein und Sekt aus - auch als Zeichen Schwedischer Gastfreundschaft (im Gegensatz zur Arroganz der Organisatoren). Beste Stimmung im altehrwürdigen Stadion kurz vor der Siegerehrung. Dann die Siegerehrung. Die letzte Siegerehrung galt der U60 und da wurden wir als Zweite aufgerufen. Also hinter den Paris Frontrunners doch noch eine Silbermedaille als kleiner sportlicher Erfolg und als Erinnerung an wunderschöne Tage in Stockholm. Was mir der Sport diesmal nicht so gegeben hat, das waren die Sportler - die alten und neuen Bekanntschaften, die gemeinsame Freude über die Siege, die Stimmung, die Begeisterung... Zum vielleicht vorzeitigen Saisonende nehme ich diese Stimmung mit in den Herbst.
Paris, Köln und Ansbach - wir verließen gegen 18:45 Uhr als letzte das schöne Stadion. Die fleißigen Stadionarbeiter begannen mit den Abbauarbeiten, nur die Fahnen über dem Marathontor wehten weiter stolz im Wind.
Machs gut, Stockholm.  In T-Centralen trennen sich dann auch die Wege von Köln, Paris und Ansbach - sie werden sich wieder kreuzen...
06851086kll