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Hannover , 29./30.08.2026 Erfolgreiches Quartett bei den Mehrkampf-DM In Hannover fanden die diesjährigen Deutschen
Mehrkampfmeisterschaften statt. Ein Quartett aus Westmittelfranken konnte sich hier sehr gut in Szene setzen. Männliche U20 - Gold für David Kleinschrodt (Bericht
und Bild Martin Grundmann (LG Steinlach-Zollern)) Schon Mitte Juni hatte der Sachsener David Kleinschrodt (LG Steinlach-Zollern)) beim internationalen Junioren-Mehrkampfmeeting in Filderstadt-Bernhausen mit 7.349
Punkten eine neue persönliche Bestleistung aufgestellt und dabei die Norm für die U20-Weltmeisterschaften in Eugene/USA deutlich übertroffen. Aufgrund der enorm starken innerdeutschen Konkurrenz blieb ihm dort allerdings nur die Rolle als
Ersatzstarter. In Hannover zeigte der 19-Jährige nun eindrucksvoll, dass noch deutlich mehr in ihm steckt. Mit 7.619 Punkten steigerte er seine Bestmarke um satte 270 Zähler und wurde souverän Deutscher U20-Meister.
Schon der Auftakt gelang mit 11,02 Sekunden über 100 Meter trotz deutlichen Gegenwinds ausgezeichnet. Im Weitsprung ließ sich Kleinschrodt auch von einem völlig missglückten ersten
Versuch nicht aus dem Konzept bringen. Es folgten starke 7,22 Meter und schließlich 7,25 Meter, die größte Weite des gesamten Zehnkampffeldes. Damit übernahm er die Führung in der Gesamtwertung.
Im Kugelstoßen legte er mit 13,87 Metern die nächste persönliche Bestleistung nach und verteidigte seine Spitzenposition. Im Hochsprung blieb er mit 1,89 Metern zwar etwas unter seinen Erwartungen,
büßte damit aber vergleichsweise wenige Punkte ein. Zum Abschluss des ersten Tages folgte dann wieder ein Ausrufezeichen: 49,57 Sekunden über 400 Meter bedeuteten eine weitere persönliche
Bestleistung und die zweitschnellste Zeit des U20-Feldes. Mit 3.990 Pun kten und bereits 262 Zählern Vorsprung ging der Maschinenbaustudent als klarer
Führender in den zweiten Wettkampftag. Der DLV sprach zu diesem Zeitpunkt bereits von einer „unangefochtenen“ Führung. Und Kleinschrodt machte am Samstag genau dort weiter. Über
110 Meter Hürden stürmte er in starken 14,41 Sekunden zur nächsten Bestzeit und zum Disziplinsieg. Im Diskuswurf wurde es zunächst allerdings spannend. Der erste Versuch landete im Netz – plötzlich
stand der Führende unter Zugzwang. Doch Kleinschrodt reagierte eindrucksvoll: Im zweiten Durchgang traf er den Wurf hervorragend und steigerte seine persönliche Bestleistung auf 43,79 Meter. Auch hier war er
damit der Beste des gesamten U20-Feldes. Noch nervenaufreibender begann der Stabhochsprung. Bei 3,60 Metern war die Höhe zwar jeweils vorhanden, doch Kleinschrodt kam zunächst nicht tief
genug in die Anlage und touchierte beim Herunterkommen die Latte. Nach einem Fehlversuch wurde es auch im zweiten Durchgang nochmals knapp –
doch die Latte blieb liegen und die ersten Punkte waren gesichert. Danach fand der LGSZ-Athlet immer besser in den Wettbewerb. Mit zunehmender Höhe wurden seine Sprünge sicherer und besser. Am Ende überquerte er 4
,30 Meter und verbesserte seine bisherige Bestmarke gleich um 30 Zentimeter. Für Kleinschrodt selbst war der Stabhochsprung später das Highlight seines zweiten Tages.
Sein Vorsprung war inzwischen so groß, dass ihm der Titel kaum noch zu nehmen war. Dennoch wollte Kleinschrodt auch die Gesamtpunktzahl
weiter nach oben treiben. Im Speerwurf fand er mit zwei Versuchen unter 45 Metern zunächst nicht richtig in den Wettbewerb. Wieder behielt er
im entscheidenden Moment die Nerven: Im dritten Versuch flog der Speer auf 49,58 Meter.
Auch die abschließenden 1.500 Meter ging Kleinschrodt offensiv an, um seinen herausragenden Zehnkampf mit einer möglichst hohen
Punktzahl abzuschließen. Das hohe Anfangstempo forderte auf den letzten 500 Metern seinen Tribut, dennoch brachte er das Rennen kämpferisch in 4:39,94 Minuten ins Ziel.
Dann stand fest: 7.619 Punkte, persönliche Bestleistung und Deutscher U20-Meister 2026. Sechs persönliche Einzelbestleistungen in zehn
Disziplinen unterstreichen die außergewöhnlich starke Vorstellung. Silber ging mit 7.333 Punkten an Lennox Lewis Giesen vom TSV Bayer 04 Leverkusen, Bronze mit 7.150 Punkten an Quentin Roth vom SSV Ulm 1846.
Besonderer Anteil an Kleinschrodts Entwicklung gebührt auch Landestrainer Florian Bauder, unter dessen Betreuung er sich am
Bundesstützpunkt in Stuttgart in den vergangenen Monaten noch einmal deutlich weiterentwickelt hat. Innerhalb eines Jahres hat Kleinschrodt seinen Zehnkampf auf ein völlig neues Niveau gehoben. Männliche U18 - Silber für Jakob Sand (Bericht Jörg Behrendt) Im Zehnkampf der männlichen U18-Jugend kam es zum erwarteten bayerischen Zweikampf zwischen dem Bechhofener Jakob Sand (TSV
Ansbach) und Elias Henne (TSV Gräfelfing). Sand erwischte einen optimalen Start in den Wettkampf, Mit seinen 11,04 Sekunden erwies sich der schne llkräftige Bechhofener als stärkster Sprinter im 35-köpfigem Feld. Beim Weitsprung standen für ihn 6,47 Meter zu Buche, Henne
sprang hier 680. Beim Kugelstoß konnte Sand mit seinen 14,48 Meter seinen Vorsprung wieder etwas ausbauen. Jedoch rückte ihn hier der Münsteraner Patrick Hüsken, ein Vereinskollege von
Lukas Kleinschrodt, gefährlich nah auf die Pelle. Führungswechsel beim Hochsprung: Henne konnte sich mit seinen 1,98 Metern an Sand, der 1,71 Meter bezwang, vorbeikämpfen. Doch zum Abschluss des Tages nahm Sand
über 400 Meter seinen Konkurrenten mit 50,57 Sekunden fast 200 Punkte ab und übernahm mit 3646 Punkten und einem Vorsprung von 97 Zählern wieder die Führung. Am zweiten Tag machte Sand so
weiter, wie er am Vorabend aufgehört hatte. In 14,33 Sekunden dominierte er den Hürden, auch im Diskuswurf (42,62 m) und Stabhochsprung (4,30 m) konnte er Elias Henne auf Distanz halten. Henne hingegen
konnte mit 41,66 Metern beim Diskuswurf und neuer Stabhochsprungbestleistung von 4,20 Meter den Anschluss halten. Der knapp 17-Jährige
hatte noch ein Ass im Ärmel: Bei der U18-DM in Bochum-Wattenscheid hatte er im Juli mit 63,12 Metern Platz fünf im Speerwurf belegt. Auch in
Hannover zeigte Elias Henne, was er draufhat: Mit 63,67 Metern sammelte er in dieser Disziplin 341 Punkte mehr als Jakob Sand, der 40,65
Meter warf. So ging der Gräfelfinger als Führender in die letzte Disziplin. Im abschließenden 1500-Meter-Lauf konnte Sand mit einer neuen
persönlichen Bestzeit von 4:43,88 Minuten 51 Punkte zu Henne aufholen, der acht Sekunden langsamer war. Es reichte jedoch nicht. Mit seinen
7132 Punkten, seiner ersten Leistung über der 7000er-Marke sicherte sich Henne mit 26 Zählern den Titel, Sand verfehlte mit 7106 Punkten
seinen Hausrekord lediglich um 20 Zähler. Rang Drei ging mit 7047 Punkten an Patrick Hülsken (LG Brillux Münster). Sand gehört jedoch im
Gegensatz zu Henne, Hülsken und dem Vierplatzierten Henry Ahrenshop (TV Nienhagen) dem jüngeren Jahrgang der U18 an und kann auch im
nächsten Jahr nochmals in dieser Altersklasse antreten. Sein stärkster Jahrgangskonkurrent Günther Jakob (SV Halle) wurde mit 6577 Punkten Fünfter. Weibliche U23 - Rang Vier für Leonie Schinko
(Bericht und Bild Martin Grundmann (LG Steinlach-Zollern)) Am Samstag begann schließlich auch der Siebenkampf der weiblichen U23 mit der Wörterin Leonie Schinko. Und die 20-Jährige erwischte
einen fulminanten Auftakt. Über die 100 Meter Hürden lief sie bei leichtem Gegenwind 13,95 Sekunden, war damit die Schnellste des gesamten U23-Feldes und blieb erstmals unter der 14-Sekunden-Marke.
Den Schwung konnte sie allerdings nicht vollständig in den Hochspru ng mitnehmen. Nachdem Schinko erst Anfang August bei den Baden-Württembergischen
Mehrkampfmeisterschaften 1,72 Meter übersprungen hatte, musste sie sich diesmal mit 1,65 Metern begnügen. Bei 1,68 Metern war in allen drei Versuchen Endstation. Auch im Kugelstoßen fand sie zunächst
nur schwer in den Wettbewerb. Erst im dritten Versuch gelang mit 10,82 Metern noch eine einigermaßen versöhnliche Weite. Über 200 Meter folgten 25,98 Sekunden. Damit blieb Schinko deutlich
hinter ihren eigenen Möglichkeiten zurück – im vergangenen Jahr war sie bereits annähernd eine Sekunde schneller gelaufen. Nach einem insgesamt schwierigen ersten Tag lag sie auf Rang sechs. Entsprechend
enttäuscht und geknickt fiel ihre Zwischenbilanz aus. Über Nacht gelang es Schinko jedoch, den ersten Tag abzuhaken und sich neu
zu fokussieren. Am Sonntag ging sie wieder hoch motiviert und engagiert in den Wettkampf – und das zahlte sich aus. Mit starken 5,84 Metern
im Weitsprung – allerdings bei 2,7 m/s Rückenwind – schob sie sich auf den vierten Gesamtplatz nach vorne. Im Speerwurf folgten ordentliche 35,55 Meter, mit denen sie ihre Position behauptete.
Vor den abschließenden 800 Metern war sogar noch das Podest in Reichweite. Schinko brachte mit 2:24,46 Minuten noch einmal eine gute
Mittelstreckenleistung auf die Bahn und beendete ihren Siebenkampf mit 5.309 Punkten auf Rang vier. Wie knapp es am Ende zuging, zeigt der Blick auf die Punktzahlen: Zur Bronzemedaille fehlten
Schinko lediglich 23 Punkte, zu Silber, das Karoline Reidenbach von der LAV Stadtwerke Tübingen gewann, auch nur 38 Punkte. Damit verpasste sie das Podium denkbar knapp. Umso
bemerkenswerter war, wie sie sich nach der Enttäuschung des ersten Tages zurückmeldete und mit einem engagierten zweiten Wettkampftag noch bis auf Rang vier nach vorne kämpfte. Männer - Rang Fünf für Filip Hofmann
(Bericht Jörg Behrendt) Der Ansbacher Filip Hofmann, seit dem Jahreswechsel in den Farben des TSV Gräfelfing, bestritt
in Hannover seinen sechsten Zehnkampf und knackte im Erika-Fisch-Stadion gleich mehrere persönliche Schallmauern. Am wertvollsten war natürlich sein Endergebnis von 7022 Punkten, 190
Zähler über seiner bisherigen Bestmarke. Der böige Wind machte auch ihn an den beiden Tagen etwas zu schaffen. Über 100 Meter startete er mit 11,79 Sekunden in den Wettkampf. Angetreten
mit einer Bestmarke von 6,81 Metern, sorgte Hofmann gleich im ersten Durchgang des Weitsprungs für einen Paukenschlag. 7,23 Meter waren die beste Weite aller 26 Springer, für eine
persönliche Bestleistung blies jedoch der Wind mit 3,4 m/sec deutlich zu stark. Im dritten Durchgang landete er bei Windstille bei 7,15 Metern und gilt nunmehr auch offiziell als Sieben-Meter-Springer.
Es folgten 12,08 Meter mit der Kugel und 1,88 Meter beim Hochsprung, seiner früheren Spezialdisziplin. Zum Abschluss des ersten Wettkampftages verbesserte Hofmann über 400 Meter
seinen Hausrekord um über eine Sekunde auf 51:15 Sekunden. Am Sonntag fiel die nächste persönliche Schallmauer. Bei leichtem Gegenwind unterbot der 26
-Jährige über 110 m Hürden mit seinen 14,95 Sekunden erstmals die 15-Sekunden-Marke. Es folgten bei schwierigen Windverhältnissen 36,82 Meter mit dem Diskus. Beim Stabhochsprung
erzielte Hofmann mit übersprungenen 4,00 Metern sein drittbestes Resultat seiner Laufbahn. Den Speerwurf beschloss er mit guten 53,54 Metern. Beim abschließenden 1500-Meter-Lauf, für
Zehnkämpfer oftmals eine besondere Herausforderung, unterbot der Ansbacher erstmals die 5-Minuten-Marke und freute sich sowohl über eine neue Bestmarke von 4:54,28 Minuten als auch
über die 7022 Punkte im Zehnkampf. Sehr erfreulich war natürlich auch der fünfte Platz bei den
Männern, wobei es dankbar knapp war, denn der Aachener Lasse Rick hatte lediglich einen Zähler weniger auf der Habenseite. Nachdem
Hofmann im Vorjahr verletzungsbedingt keinen Mehrkampf und nur wenige Einzelwettkämpfe bestreiten konnte, bildete dieser Zehnkampf nun ein Höhepunkt seiner Karriere.
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