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Marseille, 08.07.2017
Als einziger Deutscher im Stadion
Marseille-2017-2
In Helsinki verteilte Giampiero Manchinello die ersten Visitenkarten. Für den Sommer 2017 plant er in Marseille die Premiere eines Meetings für jedermann. Für mich eine gute Gelegenheit, mal wieder etwas von Europa zu sehen, da die dann kurzfristig auch noch abgesagten Outgames in Miami für mich nicht in Frage kamen.
Die südfranzösische Hafenstadt Marseille trägt in diesem Jahr den Titel einer europäischen Sporthauptstadt. Aus diesem Anlaß finden heuer einige Großereignisse statt, so zum Beispiel das entscheidene Einzelzeitfahren der Tour de Franke oder die französischen Leichtathletikmeisterschaften.
Eine Woche vor diesen Titelkämpfen veranstaltete der Verein "MUST Marseille UnitMRS0600ed Sport pour Tous" in Stade Julien Delord, direkt neben dem bekannten Fußballstadion Velorom gelegen, erstmals das internationale "Meeting International d'athlétisme pour Tous" für Jedermann. Etliche Franzosen nutzten diese Möglichkeit auch für einen letzten Test vor den Titelkämpfen an gleicher Stelle. Laut Ergebnisliste war ich der einzige Deutsche im Stadion.
Es waren schöne Tage im heißen Marseille. Die herrliche Landschaft der Calanques mit einem Bad im Mittelmeer in einer von Felsen umgebenen Bucht, die Inseln vor der Stadt und natürlich die quirlige Großstadt mit ihrem chaotischen Verkehr selber. Doch vor dem Vergnügen kam erst mal die Arbeit. Am Freitag abend ein kurzes Auflockerungstraining im Stade Pierre Lordes, immer auch der Suche nach Schatten bei temperaturen jenseits der 30 Grad. Am Samstag stand dann die Premiere des Meetings an. Zunächst versteckte sich die Sonne hinter den Wolken, doch pünktlich zum Start des 5000 m-Laufes verschwanden selbige. Diese Strecke ließ ich aber diesmal außen vor, sondern entschied mich am Vormittag für die 100 m. Diese standen dann um 12:20 auf dem Programm. Es waren vier altersklassenübergreifende Zeitläufe und ich war im dritten dran. So hatte ich nich die Möglichkeit, den Starter zu beobachten. Schießt er schnell oder langsam? Er schoss eher schnell.
Sieben Läufer waren wir und ich auf Bahn sechs. Problemloser Start, ich kam auch relativ gut raus, fand mich aber erst mal auf Platz sechs wieder. Nach 50 Metern konnte ich den Franzosen Cyril da Silva hinter mir lassen. Rechs von mir lief der Marokkaner Marouane Bouchauata. Langsam kam ich näher, aber auch die Ziellinie näherte sich. Unmittelbar vor selbiger waren wir gleichauf. Ich versuchte noch, den Oberkörper etwas nach vorne zu werden. Ob dies entscheidend war, weiss ich nicht. Aber, als wir nach dem Ausrollenlassen zurückgingen, leuchteten an der Anzeige schon die Zeiten auf: 14:55 sec für mich, 14:56 sec für den Marokkaner und das Ganze bei 1,6 m/sec Gegenwind. Also vierter Platz für mich in diesem Lauf und Fünfter in der M50-59 und drei Zehntel schneller als 2016 in Wiesau.
Zwei Stunden später standen dann die 800 m auf dem Programm. Warm war ich schon längst, aber nichtdestotrotz war dann wieder etwas Erwärmung angesagt. Ich war nicht der einzige, der dafür vor dem Stadion den Schatten der Hochbahn nutzte.  Über 800 m waren es zwei ZDSC_0196eitläufe und ich war mit acht anderen gleich im ersten dran.  Na gut, dann ist es schneller vorbei, denn so richtig gut fühlte ich mich nicht. Wahrscheinlich war es längst zu warm.MRS0601 Mit einem Griechen namens Artan christos Quose stand ich auf der Innenbahn. Was ich schnell feststellte: dieser Zeitlauf war der A-Lauf. Nach dem Schuß ging es auf den anderen Bahnen gleich wie verrückt los. Der siebzehnjährige Franzose Tom Lenormand, der mir schon beim Einlaufen unter der U-Bahn mehrmals begegnete, siege schließlich in 2:01,21 min. Ich musste dann auch zum Griechen abreißen lassen. Schon nach 200 Metern klaffte eine Lücke zwischen uns und nach 77 bis 78 Sekunden passierte ich erstmals die Ziellinie. Doch 200 Meter vor dem Ziel erwachte dann doch noch der Kampfgeist. Ich kam 100 m vor dem Ziel am Griechen vorbei, doch hielt es dann doch dagegen, so dass es am Ende noch recht flott wurde. In 2:38,35 min konnte ich eine knappe halbe Sekunde Vorsprung ins Ziel bringen. In der Endabrechnung bedeutete dies den vierten Platz. Um den Dritten Jean-Pierre Grasland - er war im zweiten Zeitlauf - schlagen zu können, hätte ich 2:32,62 min unterbieten müssen. Das war an diesem Tag aber nicht drin. Wir werden 2018 in Paris aber wieder aufeinandertreffen. Der Pariser wird im Mai 55 und ist dann im August 2018 international in der M55 aufeinandertreffen. Er freut sich schon auf die nächsten Duelle - und ich mich auch. Dass ich der einzige Deutsche im Stadion war, bedeute übrigens nicht, dass man da keinen kannte oder das mir am nächsten Tag beim Einsteigen in die Straßenbahn ein zweistimmiges Hallo entgegenkam...